Laumann in Nörvenich
16.4.2010 - Einen Minister der leisen Töne erlebten rund 200 Besucher der Veranstaltung mit Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in der Neffeltalhalle Nörvenich. Empfangen und begrüßt wurde er dort von den Vertretern des Kreisvorstandes, insbesondere den Abgeordneten der beiden Dürener Wahlkreise Rolf Seel und Josef Wirtz sowie Bürgermeister Schüller.
In seiner Begrüßungsrede wies der Nörvenicher Bürgermeister auf die gute Zusammenarbeit mit den beiden Landtagsabgeordneten hin, die der Gemeinde in den vergangenen fünf Jahren stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Gespannt sei er auf die Rede des Gesundheitsministers, denn auch in Nörvenich droht in den nächsten Jahren ein Landarztmangel.
Josef Wirtz stimmte die Besucher in seiner Rede zum Landtagswahlkampf auf die nächsten Wochen ein und rief alle auf, sich daran zu beteiligen, Rot-Rot in NRW zu verhindern.
Karl-Josef Laumann wählte für seine Rede Themen seines Ressorts und stellte sie den Zuhörern in seiner gewohnt menschlichen und mit vielen eigenen Erfahrungen bereichterten Art vor.
Der Erfolg seiner Politik als Arbeitsminister kann sich sehen lassen. "Wir haben heute 20% weniger Arbeitslose als 2005, trotz Krise", führte er aus. Insbesondere liegt ihm die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen am Herzen. "Dabei muss nicht jeder ein Gymnasium besuchen, denn dann nimmt man manchen Kindern das Wichtigste, nämlich die Erfolgserlebnisse", fand er klare Worte in Bezug auf die Stärkung der Schulformen, die die Jugendlichen auf einen Handwerksberuf vorbereiten.
Wichtig ist Karl-Josef Laumann auch die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeits- und Berufsleben, der sog. Inklusion, ein Thema, das für uns alle eine große Herausforderung darstellt. "Diese Menschen haben heute eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie alle anderen auch und das freut mich sehr. Jedoch sei damit auch die Frage der Eltern verbunden, was mit ihrem Sohn, ihrer Tochter passiere, wenn sie selbst nicht mehr für sie sorgen können", umriss der Minister das Problem. "Diesen Eltern möchte ich gerne zurufen, dass der Staat sich kümmert, dass wir ein verlässliches System haben, dass wir Verantwortung übernehmen."
Mit Bezug auf den Arztmangel im ländlichen Raum führte der Minister aus, dass NRW grundsätzlich mehr Ärzte brauche. Der Numerus Clausus sei als Zugangskriterium nicht immer das Mittel der Wahl. Hier sind die Hochschulen aufgefordert, andere Auswahlkriterien festzulegen, um "den jungen Menschen, die darauf brennen, Arzt zu werden", diese Möglichkeit auch zu eröffnen.
"Nur so können wir auch das Landarzt-Problem lösen, denn wer will heute noch Arzt in einer kleinen Gemeinde werden, bei nur wenigen Privatpatienten, einem rund-um-die-Uhr-Job und schlechterer Bezahlung als im Krankenhaus oder in wissenschaftlichen Einrichtungen", so der Minister. Seinen Ausspruch "Wir brauchen aber diese Ärzte vor Ort, die auch noch bereits sind, Hausbesuche zu machen und einen Sterbenden in der Familie auf seinem letzten Weg zu begleiten, quittierten die Teilnehmer an der Veranstaltung mit großem Applaus.
Zum Schluss durfte die Aufforderung zur Wahl nicht fehlen. "Gehen sie hinaus und erzählen sie allen, die sie kennen, dass Sie bei dieser Wahlkampfveranstaltung waren", forderte er auf. Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Dafür gilt es, gemeinsam zu kämpfen!

Der trockene Humor des Ministers kam beim Publikum an.

Geburtstagsglückwünsche für Josef Wirtz

Ein herzlicher Dank für den Besuch!
Den Artikel der Dürener Zeitung lesen Sie hier.









